
Wasserwerte für Skalare – die Grundlage für gesunde Fische
Skalare sind anpassungsfähiger, als häufig angenommen wird. Trotzdem haben die Wasserwerte einen entscheidenden Einfluss auf ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit. Dabei kommt es weniger darauf an, einen vermeintlich perfekten Einzelwert zu erreichen. Viel wichtiger sind stabile Wasserbedingungen ohne starke oder plötzliche Schwankungen.
Für die Haltung von Skalaren spielen vor allem pH-Wert, Karbonathärte (KH), Gesamthärte (GH), Temperatur sowie die Belastung des Wassers durch Stickstoffverbindungen eine wichtige Rolle. Auch eine ausreichende Sauerstoffversorgung und regelmäßige Wasserwechsel gehören zu dauerhaft guten Bedingungen.
Welche Werte optimal sind, hängt außerdem von den gepflegten Skalaren ab. Viele seit Generationen im Aquarium gezüchtete Tiere kommen mit einem größeren Bereich zurecht als bestimmte Wildformen. Für die Zucht können wiederum andere Bedingungen sinnvoll sein als für die normale Haltung.
Deshalb gilt bei Wasserwerten für Skalare nicht: Je genauer ein bestimmter Idealwert getroffen wird, desto besser. Entscheidend ist ein passender, stabiler Lebensraum mit guter Wasserqualität.
Im Folgenden schauen wir uns die einzelnen Wasserwerte genauer an – und vor allem, was sie für Skalare tatsächlich bedeuten.
Der pH-Wert
Der pH-Wert beschreibt, ob das Aquarienwasser sauer, neutral oder basisch ist. Für Skalare ist er ein wichtiger Wasserwert, denn er beeinflusst nicht nur die Fische selbst, sondern auch zahlreiche biologische und chemische Vorgänge im Aquarium.
Die pH-Skala reicht von 0 bis 14. Ein Wert von 7 gilt als neutral, Werte unter 7 sind sauer und Werte über 7 basisch. Die Skala ist logarithmisch: Eine Veränderung um nur eine pH-Stufe bedeutet bereits eine zehnfache Veränderung der Konzentration der für den pH-Wert maßgeblichen Wasserstoffionen.
Skalare stammen ursprünglich aus den tropischen Gewässern Südamerikas, wo sie häufig in weichem und eher saurem bis neutralem Wasser vorkommen. Im Aquarium können besonders Nachzuchten jedoch mit einem größeren Bereich gut zurechtkommen. Für die dauerhafte Haltung ist deshalb nicht entscheidend, einen einzelnen vermeintlich perfekten pH-Wert zu erzwingen.
Viel wichtiger ist ein stabiler pH-Wert. Starke oder schnelle Schwankungen können die Fische erheblich belasten. Wer seine Skalare erfolgreich hält, sollte daher nicht ständig versuchen, den pH-Wert mit chemischen Mitteln nach oben oder unten zu korrigieren, sondern auf stabile und zur Herkunft der Tiere passende Wasserbedingungen achten.
Als Orientierung kann für viele Skalare ein leicht saurer bis neutraler Bereich von etwa pH 6,0 bis 7,5 dienen. Bei Wildformen und insbesondere bei der Zucht können weichere und deutlich saurere Bedingungen sinnvoll sein.
Karbonathärte und Gesamthärte
Die Wasserhärte wird in der Aquaristik hauptsächlich durch zwei Werte beschrieben: die Karbonathärte (KH) und die Gesamthärte (GH). Beide hängen miteinander zusammen, haben für das Aquarium jedoch unterschiedliche Bedeutungen.
Die Karbonathärte ist besonders wichtig, weil sie den pH-Wert stabilisiert. Vereinfacht gesagt wirkt sie wie ein Puffer und verhindert, dass sich der pH-Wert durch biologische und chemische Prozesse im Aquarium zu schnell verändert. Ist die KH sehr niedrig, kann der pH-Wert deutlich leichter schwanken.
Die Gesamthärte beschreibt vor allem die Menge der im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen. Diese Mineralstoffe sind für zahlreiche biologische Vorgänge wichtig und beeinflussen unter anderem den Mineralstoffhaushalt der Fische.
Skalare stammen ursprünglich aus überwiegend weichen Gewässern Südamerikas. Viele heute erhältliche Nachzuchten sind jedoch deutlich anpassungsfähiger und können auch in mittelhartem Wasser problemlos gehalten werden. Bei Wildformen oder zur gezielten Zucht kann dagegen sehr weiches Wasser eine größere Rolle spielen.
Auch bei KH und GH gilt deshalb: Stabile und zur Herkunft der Tiere passende Werte sind wichtiger als das ständige Erreichen eines bestimmten Idealwertes.
Temperatur
Skalare stammen aus tropischen Gewässern Südamerikas und benötigen entsprechend warmes Aquarienwasser. Die Temperatur beeinflusst dabei nicht nur das Wohlbefinden der Fische, sondern auch ihren Stoffwechsel, den Sauerstoffgehalt des Wassers und zahlreiche biologische Prozesse im Aquarium.
Für die dauerhafte Haltung vieler Skalare eignet sich ein Temperaturbereich von etwa 25 bis 28 °C. Entscheidend ist auch hier, starke und schnelle Temperaturschwankungen zu vermeiden. Besonders bei größeren Wasserwechseln sollte das Frischwasser deshalb ungefähr an die Temperatur des Aquarienwassers angepasst werden.
Höhere Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel der Fische und gleichzeitig kann warmes Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen. Eine dauerhaft sehr hohe Temperatur ist daher nicht automatisch besser, nur weil Skalare tropische Fische sind.
Bei der Zucht oder der Haltung bestimmter Wildformen können zeitweise andere Temperaturen sinnvoll sein. Für ein normales Skalar-Aquarium ist jedoch eine gleichmäßige Temperatur innerhalb des geeigneten Bereichs wichtiger als das Erreichen eines ganz bestimmten Einzelwertes.
Stickstoffkreislauf im Aquarium
Im Aquarium entstehen ständig stickstoffhaltige Abfallstoffe. Futterreste, Ausscheidungen der Fische und abgestorbene Pflanzenteile werden von Mikroorganismen abgebaut. Dabei entstehen nacheinander verschiedene Stickstoffverbindungen, die für die Wasserqualität eine wichtige Rolle spielen.
Zunächst entstehen Ammonium (NH₄⁺) und Ammoniak (NH₃). In welchem Verhältnis beide Stoffe vorliegen, hängt vor allem vom pH-Wert und von der Temperatur ab. Während Ammonium für Fische vergleichsweise wenig problematisch ist, kann Ammoniak bereits in geringer Konzentration stark giftig wirken. Mit steigendem pH-Wert und höherer Temperatur nimmt der Anteil des giftigen Ammoniaks zu.
Spezialisierte Bakterien wandeln Ammonium beziehungsweise Ammoniak anschließend zu Nitrit (NO₂⁻) um. Nitrit ist für Fische hochgiftig, da es den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigt. In einem gut eingefahrenen Aquarium sollte Nitrit deshalb nicht nachweisbar sein. Ein messbarer Nitritwert ist immer ein Warnsignal und sollte ernst genommen werden.
In einem weiteren Schritt wird Nitrit durch Bakterien zu Nitrat (NO₃⁻) umgewandelt. Nitrat ist deutlich weniger giftig als Nitrit, sollte sich im Aquarium aber trotzdem nicht unbegrenzt anreichern. Pflanzen verbrauchen einen Teil davon als Nährstoff, der übrige Anteil wird hauptsächlich durch regelmäßige Teilwasserwechsel entfernt.
Ein funktionierender Stickstoffabbau gehört damit zu den wichtigsten biologischen Prozessen im Aquarium. Besonders bei neu eingerichteten Aquarien muss sich die dafür notwendige Bakterienpopulation erst entwickeln. Auch eine starke Veränderung der Filterbiologie, eine deutlich erhöhte Futtermenge oder ein plötzlich stärkerer Besatz können das biologische Gleichgewicht beeinträchtigen.
Für Skalare bedeutet das vor allem: Ammoniak und Nitrit sollten nicht nachweisbar sein, während Nitrat möglichst niedrig gehalten werden sollte.
Sauerstoff
Auch wenn Skalare aus warmen tropischen Gewässern stammen, benötigen sie selbstverständlich ausreichend Sauerstoff. Dieser gelangt hauptsächlich über die Wasseroberfläche ins Aquarium und wird zusätzlich von Wasserpflanzen während der Beleuchtungsphase produziert.
Die Wassertemperatur spielt dabei eine wichtige Rolle: Je wärmer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Gerade in einem warmen Skalar-Aquarium sollte deshalb auf eine ausreichende Wasserbewegung an der Oberfläche geachtet werden.
Filterauslauf und Strömung sollten die Wasseroberfläche leicht bewegen, ohne dabei eine unnötig starke Strömung im gesamten Aquarium zu erzeugen. Skalare bevorzugen eher ruhigere Bereiche und sollten nicht dauerhaft gegen eine kräftige Strömung anschwimmen müssen.
Auch Pflanzen, Besatzdichte und organische Belastung beeinflussen den Sauerstoffhaushalt. Besonders nachts verbrauchen neben den Fischen auch Pflanzen und Mikroorganismen Sauerstoff. Ein gut gepflegtes, nicht überbesetztes Aquarium mit funktionierender Filterung und ausreichender Oberflächenbewegung bietet normalerweise eine gute Sauerstoffversorgung.
Schnelle Atmung oder Fische, die sich auffällig nahe der Wasseroberfläche aufhalten, können Hinweise auf Sauerstoffmangel sein und sollten nicht ignoriert werden.
Wasserwerte richtig messen
Regelmäßige Messungen helfen dabei, Veränderungen im Aquarium frühzeitig zu erkennen. Dabei müssen jedoch nicht jeden Tag sämtliche Wasserwerte kontrolliert werden. In einem gut eingefahrenen und stabil laufenden Aquarium reicht es normalerweise aus, die wichtigsten Werte in sinnvollen Abständen zu überprüfen.
Besonders wichtig sind pH-Wert, Nitrit und Nitrat. Je nach Ausgangswasser und Haltung können zusätzlich Karbonathärte (KH), Gesamthärte (GH) und Leitwert interessant sein. Die Temperatur sollte ohnehin dauerhaft im Blick behalten werden.
Für möglichst zuverlässige Ergebnisse eignen sich Tropfentests in der Regel besser als einfache Teststreifen. Teststreifen können für eine schnelle Kontrolle hilfreich sein, liefern aber häufig weniger genaue Ergebnisse. Elektronische Messgeräte können insbesondere bei pH-Wert und Leitwert sinnvoll sein, müssen jedoch regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls kalibriert werden.
Nach größeren Veränderungen im Aquarium sollte häufiger gemessen werden. Dazu gehören beispielsweise ein neu eingerichtetes Becken, Veränderungen am Filter, ein deutlich erhöhter Fischbesatz oder ungewöhnliches Verhalten der Tiere.
Wichtig ist dabei nicht nur der einzelne Messwert. Die Entwicklung der Werte über einen längeren Zeitraum kann wesentlich mehr über die Stabilität des Aquariums aussagen als eine einzelne Messung.
Wasserwerte für Skalare auf einen Blick
Temperatur
25–28 °C
pH-Wert
6,0–7,5
KH & GH
weich bis mittelhart
Nitrit
0 mg/l
Nitrat
unter 20 mg/l
Leitwert
ca. 100–300 µS/cm
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