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Sozialverhalten und Gruppenleben

Skalare sind Buntbarsche und zeigen ein ausgeprägtes Sozial- und Revierverhalten. Besonders interessant ist, dass sich ihr Verhalten während des Heranwachsens deutlich verändert. Während Jungtiere zunächst in Gruppen leben und dort wichtige Verhaltensweisen erlernen, bilden geschlechtsreife Tiere zunehmend Paare und eigene Reviere.

In einer Gruppe entwickeln junge Skalare ihre arttypische Kommunikation. Dazu gehören Dominanz- und Unterwerfungsverhalten, kleinere Rangeleien, gegenseitiges Drohen und das typische Maulzerren. Solche Auseinandersetzungen können bereits bei relativ jungen Tieren beobachtet werden und gehören grundsätzlich zum normalen Sozialverhalten.

Wichtig ist dabei ein ausreichend großes und gut strukturiertes Aquarium. Pflanzen, Wurzeln und andere Sichtbarrieren ermöglichen unterlegenen Tieren auszuweichen und verhindern, dass einzelne Skalare ständig bedrängt werden.

Jungskalare in der Gruppe

Junge Skalare leben vor Eintritt der Geschlechtsreife normalerweise in Gruppen. Eine Gruppe gibt den einzelnen Tieren Sicherheit und ermöglicht ihnen gleichzeitig, die für Skalare typischen sozialen Verhaltensweisen zu entwickeln.

Bereits bei jungen Skalaren lassen sich kleine Rangeleien, Drohgebärden und Maulzerren beobachten. Dabei lernen die Tiere, sich innerhalb der Gruppe einzuordnen und auf die Signale ihrer Artgenossen zu reagieren. Solange genügend Platz und Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind, gehören solche Auseinandersetzungen zum normalen Verhalten und sind in der Regel unproblematisch.

Für die Aufzucht bietet sich eine Gruppe von etwa acht Jungskalaren an. Mit zunehmender Größe und besonders mit Beginn der Geschlechtsreife steigen allerdings die Anforderungen an den verfügbaren Platz erheblich.

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Paarbildung und Geschlechtsreife

Mit Eintritt der Geschlechtsreife verändert sich das Sozialverhalten der Skalare deutlich. Aus der bisherigen Gruppe können sich feste Paare bilden, die sich zunehmend von den übrigen Tieren abgrenzen.

Ein harmonisierendes Paar sucht sich einen geeigneten Bereich im Aquarium und beginnt, diesen als eigenes Revier zu betrachten. Besonders während der Laichzeit wird dieses Revier energisch gegen andere Skalare verteidigt. Drohen, Verfolgen und gelegentliche körperliche Auseinandersetzungen gehören dabei zum natürlichen Verhalten.

Deshalb wird mit zunehmendem Alter der Tiere ausreichend Platz besonders wichtig. Pflanzen, große Wurzeln und andere Sichtbarrieren können Reviere optisch voneinander trennen und ermöglichen unterlegenen Tieren, sich aus dem Blickfeld dominanter Skalare zurückzuziehen.

Revierverhalten und Platzbedarf

Sobald sich Paare gebildet haben, wird der verfügbare Raum im Aquarium zu einem entscheidenden Faktor. Ein Skalarpaar beansprucht besonders während der Fortpflanzungszeit ein eigenes Revier und verteidigt dieses gegenüber anderen Skalaren.

Beobachtungen in einem etwa 1.400 Liter großen Aquarium zeigten, dass Wildfang-Skalare bei freier Sicht Reviere mit einem Radius von ungefähr 50 cm beanspruchen können. Pflanzen, Wurzeln und andere Sichtbarrieren können dabei helfen, die Reviere voneinander abzugrenzen und Konflikte zu reduzieren.

Sollen mehrere ausgewachsene Skalare beziehungsweise mehrere Paare gemeinsam gehalten werden, ist deshalb nicht allein das Wasservolumen entscheidend. Vor allem Beckenlänge, Tiefe, Strukturierung und ausreichende Rückzugsmöglichkeiten bestimmen, ob unterlegene Tiere den dominanten Skalaren ausweichen können.

In kleineren Aquarien kann die Haltung eines harmonierenden Paares sinnvoller sein als die dauerhafte Haltung einer größeren Gruppe. Werden mehrere Skalare auf zu engem Raum gehalten, können permanente Verfolgung, Stress und Verletzungen die Folge sein.

Orientierung für den Platzbedarf

Jungskalare: Die Aufzucht sollte möglichst in einer Gruppe erfolgen. Etwa acht Jungtiere können zunächst gemeinsam heranwachsen, solange genügend Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.

Ausgewachsene Gruppe: Mit Eintritt der Geschlechtsreife steigt der Platzbedarf erheblich. Für die weitere Haltung einer größeren Gruppe sollte ein Aquarium ab etwa 160 cm Länge und 60 cm Tiefe vorgesehen und gut strukturiert werden.

Harmonisierendes Paar: Steht kein entsprechend großes Aquarium zur Verfügung, kann die Haltung eines einzelnen harmonierenden Paares die bessere Lösung sein. Neben dem Volumen ist vor allem eine ausreichende Beckenhöhe wichtig.

Geschlechtsunterschiede bei Skalaren

Männchen und Weibchen lassen sich bei Skalaren äußerlich nur sehr schwer sicher unterscheiden. Häufig genannte Merkmale wie ein stärker ausgeprägter Stirnbuckel beim Männchen sind kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal.

Eine sichere Unterscheidung ist meist erst bei geschlechtsreifen Tieren während der Fortpflanzungszeit möglich. Dann wird die Genitalpapille sichtbar. Beim Weibchen ist sie in der Regel kräftiger und stumpfer ausgebildet, während sie beim Männchen kleiner und spitzer erscheint.

Körperform, Größe oder Stirnpartie können zwar Hinweise geben, sollten aber nicht zur sicheren Geschlechtsbestimmung herangezogen werden. Gerade bei unterschiedlichen Zuchtformen und individuellen Tieren können diese Merkmale erheblich variieren.

Körpersprache und Kommunikation

Skalare kommunizieren auf vielfältige Weise miteinander. Körperhaltung, Flossenstellung, Färbung und Bewegungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die senkrechten Körperstreifen können je nach Stimmung deutlicher hervortreten oder schwächer werden und unterstützen die optische Kommunikation zwischen den Tieren.

Bei Auseinandersetzungen zeigen Skalare typische Droh- und Imponierhaltungen. Dazu gehören das Aufstellen der Flossen, gegenseitiges Verfolgen und das sogenannte Maulzerren, bei dem sich zwei Tiere mit den Mäulern gegenüberstehen und aneinander messen. Auch Unterwerfungsverhalten gehört zur Verständigung innerhalb einer Gruppe.

Viele dieser Verhaltensweisen lassen sich bereits bei Jungskalaren beobachten. In der Gruppe lernen und festigen die Tiere den Umgang mit Artgenossen – ein weiterer Grund, Jungskalare nicht von Anfang an einzeln aufzuziehen.

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Vom Gruppenleben zum Paar

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Beziehungen innerhalb einer Skalargruppe. Während Jungtiere noch relativ locker miteinander zusammenleben, entwickeln sich mit Eintritt der Geschlechtsreife zunehmend feste Bindungen zwischen einzelnen Tieren.

Hat sich ein Paar gefunden, hält es sich häufig enger zusammen und beginnt, sich gegenüber den übrigen Skalaren abzugrenzen. Besonders deutlich wird dies, wenn ein geeigneter Laichplatz ausgewählt wird. Nun kann aus dem bisherigen Gruppenverhalten ein ausgeprägtes Revierverhalten entstehen.

Die übrigen Skalare werden aus diesem Bereich vertrieben. In ausreichend großen und gut strukturierten Aquarien können sie ausweichen. In zu kleinen Becken dagegen kann ein unterlegenes Tier dauerhaft verfolgt und erheblich unter Stress gesetzt werden.

Wenn aus Rivalität Stress wird

Auseinandersetzungen gehören bei Skalaren zum natürlichen Sozialverhalten und sind nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Kurzes Drohen, Verfolgen oder Maulzerren kann innerhalb einer Gruppe völlig normal sein.

Problematisch wird es, wenn ein Tier dauerhaft gejagt wird, sich nur noch versteckt oder kaum noch zum Fressen kommt. Auch angelegte Flossen, eine auffällig dunkle Färbung oder Verletzungen können darauf hinweisen, dass ein Skalar dem sozialen Druck nicht mehr ausweichen kann.

In diesem Fall sollte zunächst die Einrichtung überprüft werden. Zusätzliche Pflanzen, Wurzeln und Sichtbarrieren können helfen, Reviere voneinander zu trennen. Reicht das nicht aus, muss die Besatzsituation verändert oder ein bedrängtes Tier gegebenenfalls getrennt werden.

Quelle und fachliche Grundlage:
Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Ralf Rombach, www.scalare.online

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