Skalare in einem bepflanzten Aquarium

Skalare richtig halten und pflegen

Skalare gehören zu den faszinierendsten Bewohnern eines Süßwasseraquariums. Damit sie sich dauerhaft wohlfühlen, sind ausreichend Platz, passende Wasserwerte, eine gute Einrichtung und eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig.

Skalare benötigen aufgrund ihrer Körperhöhe ein ausreichend großes und vor allem hohes Aquarium. Neben genügend freiem Schwimmraum sollten auch Pflanzen, Wurzeln und andere Strukturen vorhanden sein, die Rückzugsmöglichkeiten und Reviergrenzen schaffen. Eine naturnahe Gestaltung sorgt dafür, dass sich die Tiere sicher fühlen und ihr natürliches Verhalten zeigen können.

Skalare können eine Körperlänge von bis zu etwa 15 cm und eine Gesamthöhe von rund 26 cm erreichen. Entsprechend wichtig ist ein ausreichend großes und vor allem hohes Aquarium. Für größere Tiere ist ein Becken von etwa 150 × 60 × 60 cm eine gute Orientierung. Neben den reinen Beckenmaßen spielen jedoch auch die Einrichtung, der übrige Fischbesatz, die Anzahl der Skalare und ihr Sozialverhalten eine entscheidende Rolle.

Bei kleineren Aquarienzuchtformen kann die Haltung auch in abweichenden Beckenmaßen funktionieren. Nach meiner Erfahrung kann für ein harmonierendes Paar ein Aquarium von etwa 100 × 50 × 50 cm ausreichend sein. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Literzahl: Strukturierung, Rückzugsmöglichkeiten, Beibesatz und vor allem das Sozialverhalten der Tiere müssen immer berücksichtigt werden.

Skalar in einem bepflanzten Aquarium

Skalare sind gegenüber den Wasserwerten relativ anpassungsfähig und können auch in mittelhartem Wasser gehalten werden. Für möglichst naturnahe Bedingungen eignet sich jedoch eher weiches Wasser. Eine Gesamthärte bis etwa 6 °dGH, eine Karbonathärte um 4 °dKH und ein pH-Wert unter 7 sind gute Orientierungswerte.

Besonders wichtig ist sauberes und gut gepflegtes Wasser. Regelmäßige Teilwasserwechsel tragen wesentlich zum Wohlbefinden der Skalare bei. Auch natürliche Materialien wie Seemandelbaumblätter sowie trockenes Eichen- oder Buchenlaub können im Aquarium eingesetzt werden.

Für Skalare sind Temperaturen von etwa 24 bis 25 °C im normalen Haltungsbetrieb gut geeignet. Zeitweilige Schwankungen werden von gesunden Tieren meist toleriert. Bei höheren Temperaturen ist besonders auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Wassers zu achten, da mit steigender Temperatur weniger Sauerstoff im Wasser gelöst werden kann.

Eine dichte Bepflanzung ist für Skalare nicht zwingend erforderlich. Wichtig sind jedoch gut strukturierte Bereiche, in die sich die Tiere zurückziehen können. Besonders geeignet sind hohe Pflanzen wie Vallisnerien oder Amazonas-Schwertpflanzen sowie senkrecht eingebrachte Wurzeln und Holzstrukturen.

Neben geschützten Bereichen sollte genügend freier Schwimmraum vorhanden sein. Gerade bei mehreren Skalaren helfen Pflanzen und Wurzeln außerdem dabei, Sichtbarrieren und natürliche Reviergrenzen zu schaffen.

Skalare sind beim Futter nicht besonders wählerisch. Besonders gern nehmen sie Lebend- und Frostfutter wie schwarze und weiße Mückenlarven, Artemia und andere geeignete Kleinkrebse. Ergänzend kann hochwertiges Trockenfutter angeboten werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung trägt wesentlich zur Gesundheit und Kondition der Tiere bei.

Gelegentlich nehmen Skalare auch pflanzliche Nahrung wie Wasserlinsen oder Fadenalgen auf. Diese spielt jedoch normalerweise nur eine ergänzende Rolle.

Viele Probleme im Aquarium entstehen bereits bei der Einrichtung. Statt Aquarium, Bodengrund und Pflanzen einzusetzen und schon am nächsten Tag die ersten Fische zu kaufen, sollte ein neues Aquarium sorgfältig vorbereitet werden und ausreichend Zeit zum Einlaufen bekommen.

Skalare mit Neonsalmlern und Panzerwelsen im bepflanzten Aquarium

Vergesellschaftung mit anderen Fischen

Bei der Vergesellschaftung sollte man immer bedenken, dass Skalare Buntbarsche und von Natur aus auch Räuber sind. Besonders Wildfang-Skalare können kleinere Fische als Beute ansehen. Nach meinen Erfahrungen werden selbst schnelle Fische gejagt, wenn ihre Größe für den Skalar noch als Beute infrage kommt.

Sehr kleine Salmler, Barben, Bärblinge oder junge Lebendgebärende sind deshalb insbesondere bei Wildfang-Skalaren keine gute Wahl. Entscheidend sind die Größe der Skalare, die Größe der möglichen Beutefische und auch die Wendigkeit der Tiere. Normal beflosste Skalare sind dabei meist deutlich wendiger als Schleierzuchtformen mit stark verlängerten Flossen.

Bevor das Aquarium eingerichtet wird, sollten Becken und Zubehör gründlich mit klarem, warmem Wasser gereinigt werden. Auf Reinigungsmittel sollte man verzichten. Bei hartnäckigen Kalkflecken kann etwas Essig helfen. Anschließend wird das Aquarium an seinem endgültigen Standort aufgestellt. Direkte Sonneneinstrahlung sollte möglichst vermieden werden.

Der Kies sollte vor dem Einfüllen gründlich mit warmem Wasser gespült werden, bis das Wasser klar bleibt. Anschließend kann der Bodengrund leicht nach hinten ansteigen – vorne etwa 4–5 cm und hinten etwa 8–10 cm. Steine und Wurzeln werden ebenfalls vorher gründlich gereinigt und können anschließend so angeordnet werden, dass ein natürlich wirkendes Aquarium mit freien Schwimmflächen und Rückzugsmöglichkeiten entsteht.

Beim Befüllen des Aquariums kann man einen Teller oder eine Untertasse auf den Bodengrund stellen und das Wasser darauf laufen lassen. So wird der Kies nicht unnötig aufgewirbelt. Ist das Becken teilweise gefüllt, können Heizung und Filter angebracht werden. Vor dem Einsetzen der Pflanzen werden beschädigte oder abgestorbene Blätter entfernt und zu lange Wurzeln vorsichtig gekürzt. Kleinere Pflanzen kommen überwiegend in den Vordergrund, größere Pflanzen nach hinten. Anschließend kann das Aquarium vollständig befüllt und die Technik in Betrieb genommen werden.

Auch wenn das Aquarium fertig eingerichtet ist, sollten nicht sofort Fische eingesetzt werden. Das Becken benötigt zunächst eine Einlaufphase, in der sich die für ein stabiles biologisches Gleichgewicht wichtigen Bakterien entwickeln können. Besonders im Filter und im Bodengrund siedeln sich Bakterien an, die beim Abbau von Schadstoffen eine entscheidende Rolle spielen.

Während dieser Zeit sollten die Wasserwerte regelmäßig kontrolliert werden – besonders der Nitritwert. Erst wenn kein Nitrit mehr nachweisbar ist und sich das Aquarium stabilisiert hat, sollte langsam mit dem Fischbesatz begonnen werden.

Durch abgestorbene Pflanzenteile und später auch durch Ausscheidungen der Fische entstehen stickstoffhaltige Abbauprodukte. Nützliche Bakterien wandeln diese Stoffe schrittweise um. Dabei entsteht zunächst Nitrit, das bereits in geringer Konzentration für Fische gefährlich sein kann. Mit zunehmender Entwicklung der Bakterien wird das Nitrit weiter zu Nitrat umgewandelt. Der vorübergehende Anstieg des Nitritwertes wird als Nitritpeak bezeichnet.

Der Stickstoffkreislauf im Aquarium

Abgestorbene Pflanzenteile / Ausscheidungen → Ammonium / Ammoniak → Nitrit → Nitrat

Ist kein Nitrit mehr nachweisbar und das Aquarium biologisch stabil, können die ersten Fische einziehen. Dabei sollte der Besatz langsam und schrittweise erfolgen. Werden zu viele Fische auf einmal eingesetzt, steigt die Belastung des Aquariums plötzlich stark an und es kann erneut zu einem erhöhten Nitritwert kommen. Auch in einem bereits eingefahrenen Aquarium sollte der Fischbestand deshalb immer behutsam erweitert werden.

  • Schnelle oder auffällig starke Atmung
  • Aufenthalt an der Wasseroberfläche trotz ausreichender Belüftung
  • Orientierungsstörungen oder schwankende Bewegungen
  • Plötzliches Versterben ohne vorher deutlich erkennbare Symptome

Ist Nitrit nachweisbar und zeigen die Fische bereits Auffälligkeiten, sollte zügig ein großzügiger Teilwasserwechsel durchgeführt werden. Anschließend wird der Nitritwert regelmäßig kontrolliert. Bleibt er erhöht, sind weitere Wasserwechsel notwendig, bis sich die Situation stabilisiert hat. Gleichzeitig sollte nach der Ursache gesucht werden – etwa einem zu schnellen oder zu starken Fischbesatz, übermäßiger Fütterung oder einer Störung der Filterbiologie.

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