
Algen im Aquarium – Ursachen und Lösungen
Wer hat schon gern Algen im Aquarium? Eine kleine Menge gehört zu jedem funktionierenden Aquarium dazu und ist sogar Teil des natürlichen Kreislaufs. Problematisch wird es erst, wenn Algen überhandnehmen und Pflanzen, Einrichtung oder die Optik des Aquariums beeinträchtigen.
In einem gut eingefahrenen Aquarium entsteht normalerweise ein stabiles Gleichgewicht zwischen Pflanzen, Mikroorganismen, Licht, Nährstoffen und Wasserwerten. Kommt dieses Gleichgewicht jedoch aus dem Takt, können sich Algen plötzlich stark vermehren.
Die Ursachen dafür sind vielfältig: Veränderungen der Beleuchtung, ein Mangel oder Überschuss an Nährstoffen, ein Ungleichgewicht bei der CO₂-Versorgung oder Veränderungen der Wasserwerte können das Wachstum bestimmter Algenarten fördern.
Auch scheinbar kleine Veränderungen können große Auswirkungen haben. Der Austausch alter Leuchtstoffröhren gegen neue Lampen kann beispielsweise die Lichtmenge deutlich erhöhen. Pflanzen wachsen stärker, verbrauchen mehr Nährstoffe und CO₂ – und dadurch kann ein Ungleichgewicht entstehen, das Algen einen Vorteil verschafft.
Wichtig ist deshalb nicht, Algen nur zu bekämpfen, sondern die Ursache zu erkennen. Mit der richtigen Beleuchtung, gesunden Pflanzen, angepasster Düngung, ausreichender CO₂-Versorgung und regelmäßiger Pflege lässt sich ein stabiles Aquariumklima erhalten.
Auf den folgenden Seiten zeigen wir die häufigsten Algenarten, ihre Ursachen und welche Maßnahmen helfen können, damit dein Aquarium wieder ins natürliche Gleichgewicht findet.
Rotalgen (Bart- und Pinselalgen)

Rotalgen gehören zu den hartnäckigsten Algenarten im Aquarium. Sie treten häufig bei einem Ungleichgewicht der Wasserwerte auf, besonders bei einem zu hohen pH-Wert oder einer unzureichenden CO₂-Versorgung.
Typisch sind die dunklen, pinselartigen Büschel, die sich gerne an Pflanzenblättern, Wurzeln, Steinen und anderen Einrichtungsgegenständen festsetzen. Besonders häufig findet man sie an den Blatträndern langsam wachsender Pflanzen.
Eine Bekämpfung ist oft schwierig und erfordert Geduld. Zuerst sollte die Ursache gefunden werden: Wasserwerte kontrollieren, CO₂-Versorgung prüfen und die Pflegebedingungen verbessern. Befallene Blätter können entfernt oder die Algen mechanisch beseitigt werden.
Auch einige Algenfresser, wie die echte Siamesische Rüsselbarbe, können bei der Bekämpfung von Rotalgen hilfreich sein.
Kieselalgen (Braunalgen)

Kieselalgen gehören zu den häufigsten Algenarten in Aquarien und treten besonders häufig in neu eingerichteten Becken auf. Sie bilden braune, schmierig wirkende Beläge auf Pflanzenblättern, Steinen, Wurzeln und dem Bodengrund.
Die Ursache liegt oft in einem Ungleichgewicht des Aquariums. Besonders in der Einfahrphase können sich Kieselalgen stark vermehren, da noch nicht alle biologischen Abläufe stabil funktionieren. Auch eine unzureichende Beleuchtung oder Veränderungen der Lichtverhältnisse können das Wachstum begünstigen.
Ein typisches Merkmal dieser Algen ist, dass sie sich relativ leicht mit den Fingern oder einem Schwamm von Scheiben und Dekoration entfernen lassen.
Zur Vorbeugung helfen regelmäßige Wasserwechsel, eine ausreichende Beleuchtung und ein gut gepflegtes Pflanzenwachstum. Mit zunehmender Stabilität des Aquariums verschwinden Kieselalgen in vielen Fällen von selbst.
Auch einige Algenfresser, wie zum Beispiel Otocinclus-Arten, können dabei helfen, die Beläge zu reduzieren.
Blaualgen (Cyanobakterien)

Blaualgen sind keine echten Algen, sondern Bakterien, die sich im Aquarium unter bestimmten Bedingungen sehr stark vermehren können. Sie bilden meist grünlich-blaue, schleimige Beläge auf Pflanzen, Steinen, Wurzeln und dem Bodengrund.
Ein typisches Anzeichen für Blaualgen ist ein unangenehmer, manchmal fauliger Geruch des Aquarienwassers. Häufig treten sie bei einem Ungleichgewicht der Nährstoffe auf, besonders bei einer erhöhten Belastung mit Nitrat und Phosphat oder bei schlechten Wasserbedingungen.
Die Beläge können innerhalb kurzer Zeit große Flächen überwuchern und dabei die Aquarienpflanzen schädigen, da sie ihnen Licht und Nährstoffe entziehen.
Zur Bekämpfung hat sich eine vorübergehende Dunkelkur bewährt. Dabei wird das Aquarium für etwa 3–7 Tage vollständig abgedunkelt. Anschließend sollten abgestorbene Reste entfernt und ein Teilwasserwechsel durchgeführt werden.
Wichtig ist, die Ursache zu beheben: regelmäßige Wasserwechsel, eine gute Pflege der Pflanzen, ausreichende Strömung und ein stabiles biologisches Gleichgewicht helfen dabei, einen erneuten Ausbruch zu verhindern.
Grünalgen (Fadenalgen)

Grünalgen gehören zu den häufigsten Algenarten im Aquarium. Sie können in verschiedenen Formen auftreten: als feine Fäden, watteartige Büschel oder als grüne Beläge auf Pflanzen, Steinen und anderen Einrichtungsgegenständen.
Ein leichtes Auftreten von Grünalgen ist zunächst kein Grund zur Sorge und kann sogar Teil eines natürlichen Gleichgewichts sein. Problematisch wird es erst, wenn sie sich stark vermehren und die Aquarienpflanzen überwuchern.
Die Ursachen sind meist ein Ungleichgewicht im Aquarium. Häufig spielen eine zu starke Beleuchtung, direkte Sonneneinstrahlung, ein Überangebot an Nährstoffen oder Veränderungen der Wasserwerte eine Rolle. Auch in neu eingerichteten Aquarien können Grünalgen durch den noch nicht stabilen biologischen Kreislauf entstehen.
Die Bekämpfung erfolgt am besten durch das Entfernen der Algen von Hand, das Anpassen der Beleuchtungsdauer und eine gute Pflege der Pflanzen. Gesunde, kräftig wachsende Pflanzen nehmen den Algen wichtige Nährstoffe weg und helfen dabei, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Auch einige Algenfresser wie Amanogarnelen oder bestimmte Fischarten können bei der Kontrolle von Grünalgen unterstützen.
Algenfresser
Algenfresser können eine wertvolle Unterstützung im Aquarium sein, ersetzen aber keine regelmäßige Pflege und kein stabiles Gleichgewicht im Becken. Sie helfen dabei, bestimmte Algenarten zu reduzieren und tragen zur Sauberkeit von Pflanzen, Steinen und Dekoration bei.
Nicht jeder Algenfresser ist für jedes Aquarium geeignet. Größe des Beckens, Wasserwerte und der vorhandene Fischbesatz sollten immer berücksichtigt werden.
Siamesische Rüsselbarbe (Crossocheilus siamensis)

Die Siamesische Rüsselbarbe zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Algenfressern in der Aquaristik. Besonders geschätzt wird sie, weil sie gerne Fadenalgen und verschiedene Aufwuchsalgen frisst.
Sie ist ein sehr aktiver Schwarmfisch und sollte deshalb nicht einzeln gehalten werden. In einer Gruppe zeigt sie ein natürlicheres Verhalten und fühlt sich deutlich wohler.
Wichtig ist die Unterscheidung zu ähnlichen Arten, denn nicht jede Rüsselbarbe ist ein zuverlässiger Algenfresser. Die echte Siamesische Rüsselbarbe erkennt man an dem durchgehenden schwarzen Längsstreifen, der bis in die Schwanzflosse reicht.
Auch wenn sie bei der Algenkontrolle hilfreich ist, ersetzt sie keine gute Aquarienpflege. Ausgewogene Wasserwerte, gesunde Pflanzen und die richtige Beleuchtung bleiben die wichtigste Grundlage für ein stabiles Aquarium.
Zwergharnischwels (Otocinclus)

Der Zwergharnischwels gehört zu den kleinsten und friedlichsten Algenfressern im Aquarium. Mit seinem Saugmaul weidet er feine Algenbeläge und Aufwuchs von Pflanzenblättern, Scheiben und Dekoration ab.
Besonders beliebt ist er, weil er die Pflanzen nicht beschädigt und sich gut mit vielen ruhigen Fischarten vergesellschaften lässt.
Otocinclus sind gesellige Tiere und sollten niemals einzeln gehalten werden. Eine kleine Gruppe gibt ihnen Sicherheit und ermöglicht ein natürliches Verhalten.
Diese kleinen Welse reagieren allerdings sehr empfindlich auf schlechte Wasserqualität. Ein gut eingefahrenes Aquarium mit stabilen Wasserwerten ist deshalb besonders wichtig.
Da sie hauptsächlich Aufwuchs fressen, sollte ein Aquarium nicht komplett frei von Algen sein. Bei Futtermangel können zusätzlich geeignete Futtersorten wie überbrühte Gemüsestücke oder spezielles Welsfutter angeboten werden.
Siamesische Saugschmerle (Gyrinocheilus aymonieri)

Die Siamesische Saugschmerle wird häufig als Algenfresser eingesetzt und kann vor allem junge Algenbeläge auf Scheiben, Steinen und anderen Oberflächen entfernen.
Junge Tiere sind sehr fleißige Helfer im Aquarium. Mit zunehmendem Alter können sie jedoch ein stärkeres Revierverhalten entwickeln und gegenüber ruhigeren Fischen manchmal aufdringlich werden.
Besonders bei langsam schwimmenden oder scheuen Fischen sollte deshalb auf eine passende Vergesellschaftung geachtet werden.
Wie bei allen Algenfressern gilt: Sie können die Pflege unterstützen, aber die Ursache einer Algenbildung – wie falsche Beleuchtung, Nährstoffungleichgewicht oder schlechte Wasserwerte – muss trotzdem behoben werden.
Apfelschnecken (Ampullaria spec.)

Apfelschnecken gehören zu den beliebten Bewohnern vieler Aquarien und können dabei helfen, Algenreste sowie Futterreste zu beseitigen. Besonders weiche Algenbeläge auf Scheiben und Dekoration werden gerne abgeweidet.
Damit sich Apfelschnecken gesund entwickeln können, benötigen sie ausreichend Mineralien und vor allem genügend Kalk für den Aufbau ihres Gehäuses. Sehr weiches Wasser kann deshalb problematisch sein.
Sie sind friedliche Tiere und lassen sich gut mit vielen anderen Aquarienbewohnern vergesellschaften. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass sie ausreichend Nahrung finden.
Wenn im Aquarium kaum noch Algen und Aufwuchs vorhanden sind, können sie zusätzlich mit geeignetem Schneckenfutter oder überbrühtem Gemüse versorgt werden.
Amanogarnelen (Caridina multidentata)

Amanogarnelen gehören zu den bekanntesten und effektivsten Algenfressern in der Aquaristik. Besonders bei Fadenalgen, feinen Algenbelägen und Aufwuchs auf Pflanzen, Steinen und Wurzeln leisten sie wertvolle Arbeit.
Sie sind friedliche, sehr aktive Garnelen und lassen sich gut mit vielen ruhigen Fischarten vergesellschaften. Mit einer Größe von etwa 4–6 cm gehören sie zu den größeren Zwerggarnelen und sollten am besten in einer Gruppe gehalten werden.
Für ihr Wohlbefinden benötigen Amanogarnelen sauberes Wasser, stabile Wasserwerte und genügend Versteckmöglichkeiten durch Pflanzen und Dekoration.
Bei guter Pflege sind sie langlebige und robuste Aquarienbewohner. Trotzdem gilt auch hier: Amanogarnelen können die Algenbekämpfung unterstützen, ersetzen aber keine ausgewogene Pflege, passende Beleuchtung und ein stabiles biologisches Gleichgewicht im Aquarium.
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